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Tasche auf Mallorca geklaut – ein Alptraum

Nach einem Strandtag sollte es ein schöner entspannter Abend im Restaurant werden. Leider verlief der Abend aber alles andere als entspannt.
Ich hatte Besuch aus Berlin und wir fuhren mit meinen Fahrrädern nach Santa Catalina. Wir nahmen in meinem Restaurant Platz und ich hing meine Tasche an meinen Stuhl, aber zur Häuserwand gerichtet. Außerdem saß mir meine Begleitung ja gegenüber mit Blick zu meiner Tasche.
Der Kellner brachte uns die Karte und beim Auswählen der Gerichte, waren wir wohl für kurze Zeit unaufmerksam. Nachdem ich wusste, was ich bestellen wollten, griff ich zu meiner Tasche, die aber nicht mehr da war.
Nach einem kurzen Panikmoment war mir sofort klar, dass die Tasche geklaut wurde und was soll ich sagen, es war alles drin: mein deutsches Handy, mein spanisches Handy, sämtliche Karte, darunter auch Kredit- und EC-Karte sowie Führerschein und Ausweis. Das allerschlimmste war aber mein Schlüsselbund. Wie sollte ich denn in meine Wohnung kommen und wie sollte ich meine Fahrräder aufschließen?

„Klaubanden“ auf Mallorca

Der Restaurantbesitzer meinte, dass es Banden gibt, die zur Hochsaison nach Mallorca kommen, um auf „Jagd“ zu gehen. Er meinte außerdem, dass wir sämtliche Müllcontainer und Mülleimer absuchen sollten, weil die Diebe ja nur an den Sachen interessiert sind, die man schnell zu Geld machen könne. Leider war aber nichts zu finden.

Und nun?

Mein Zweitschlüssel war bei einer Freundin, die aber auf einer Finca weit weg von Palma wohnt. Telefonnummern hatte ich ja nicht mehr, weil meine Handys weg waren. Aber ich konnte zumindest mit dem Handy meines Begleiters über Freunde über Facebook kontaktieren.
Meine Freundin, die den Zweitschlüssel war nicht erreichbar. Später erfuhr ich, dass sie im Norden der Insel ist und dort eine Veranstaltung hat. Sie bekam meine Nachrichten aufgrund des schlechten Empfangs auch erst am nächsten Tag. Ihr Mann saß ohne Auto auf der Finca fest.

Eine andere Freundin bot an, den Zeitschlüssel mit dem Auto abzuholen. In freudiger Erwartung gingen wir zurück zu meiner Wohnung und warteten – und warteten, und warteten. Irgendwann kam die Nachricht, dass sie den Weg einfach nicht finden konnte, der Weg zur Finca ist wirklich schwierig zu finden.
Es war mittlerweile 3 Uhr morgens. Also besorgten wir uns ein Taxi und fuhren selbst hin. Als wir schließlich gegen 4 Uhr endlich in meiner Wohnung waren, suchte ich nach Zweitschlüssel für meine Fahrradschlösser. Leider hatte ich nur einen und was soll ich sagen, als wir zurück bei den Fahrrädern waren, war genau dieses Fahrrad gestohlen. Das andere Fahrrad stand mit massivem Abus-Schloss noch da. Nächstes Problem!

Auf zum Polizeipräsidium in Palma

Das wichtigste war jetzt erstmal die Anzeige bei der Polizei. Dort angekommen, stellte ich fest, dass ich nicht die einzige bin, die beklaut worden war. Etliche Touristen saßen dort und wollten Anzeige erstatten.
Der Polizist war sehr nett und irgendwie war es sogar ein wenig amüsant, als es darum ging, wie ich denn mein Fahrradschloss knacken könnte. Er meinte, dass er ins Protokoll mit aufnimmt, dass mein Fahrrad dort angeschlossen steht und falls wir von der Polizei beim Knacken erwischt werden, können wir es vorzeigen. Er riet mir dazu, einen Bolzenschneider im Baumarkt zu kaufen, um das Schloss aufzukriegen. Ich dachte nur bei mir, dass er sicher nicht weiß, wie massiv mein Schloss ist. Problem!

Mitten in der Fußgängerzone Schloss geknackt

Bevor wir in den Baumarkt fuhren, fiel mir noch Patrick vom Lo Vegano ein, der recht viel Werkzeug besitzt. Er konnte uns glücklicherweise eine Flex mit Metallsägeblatt leihen. Das einzige Problem wäre Strom. Also ging ich in die Bar, die am dichtesten an meinem Fahrrad war und fragte, ob wir den Strom anzapfen und noch ein Verlängerungskabel bekommen könnten. Zum Glück hat das geklappt. Mein Bekannter sägte dann kurzerhand mitten in der Fußgängerzone in Santa Catalina mein Schloss durch. Ich war so glücklich, dass zumindest das geklappt hat.

AUSPASSEN, AUSPASSEN UND AUFPASSEN!

Jetzt bin ich erstmal in Deutschland und besorge alle meine Karten. Ich hatte ja nicht mal mehr die Möglichkeit an Bargeld zu kommen ohne meine Bankkarten.

Die Moral von der Geschichte:

AUFPASSEN!!! Und zwar immer! Ein kurzer unaufmerksamer Moment reicht aus, um beklaut zu werden. Leider!
Gerade in der Hochsaison sind auf Mallorca spezialisierte Banden unterwegs, die an Stränden, in Restaurants und Bars, aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln Ausschau nach ihren Opfern halten.
Habe deine Wertsachen immer am Körper und lass dich nicht ablenken!!! Am besten lässt du auch deine Papiere in der Unterkunft und nimmst nur Bargeld mit.

In diesem Sinne hoffe ich, dass niemand von meinen Lesern jemals in diese Situation kommt.



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Kommentare


Klaus Stoll 12. August 2017 um 4:57

Liebe Anja,
ich kenne dich nur über deine Emailadresse, mag dich vom 1. Kontakt an weil so sympathisch rüber kommst und weil du aus Lpzg. bist. Ich komme aus Taucha ( seit 1959 in Leverkusen ). Geb.bin ich 1938 .ich möchte dich trösten das es solche Diebstähle leider auch massenweise in Dtld. gibt – meiner Frau ist es in Lev. ähnlich ergangen. Ich schreibe aber noch aus einem anderen Grund. Halte dir immer vor Augen was die heutige Zeit euch jungen Menschen für großartige Möglichkeiten bietet die es Anfang der 60ziger Jahre nicht gab, da hatten wir „Flüchtlinge “ Existenzsorgen! Ihr jungen Menschen müsst euch nun u.a. auch mit diesen Problemen herum schlagen -du schaffst das.
Du schaffst das!

Liebe Grüße unbekannter Weise und bleib gesund. Mit freundlichen Grüßen
Klaus

Antworten

Klaus Eichenseer 12. August 2017 um 16:18

Hallo an Alle,

Ich bin im Juni (Rückreise) am PMI auch bestohlen worden und zwar bevor man die Zone zur Security betritt (Hier kann sich Jeder aufhalten auch ohne Bordkarte)
Die Ablenkung ist das Einscannen der Bordkarte oder der QR-Code wie bei mir am Mobil-Tel. (den ich erst vor der Schranke aufrief) Man(n) ist einfach mit etwas beschäftigt, das reicht bereits…… ich muss allerdings auch gestehen, dass ich besonders leichtsinnig war und den Geldbeutel in der Gesäßtasche hatte….. 5 Meter danach kam mein Griff zum Geldbeutel um diesen in die Plastikwanne zu legen …… Scheibenkleister….!!!
(zum Glück im Handgepäck der Reisepass für finales Boarding) das Handy hatte ich ja in der Hand.

Die Zeit zum Karten sperren war dann leider die nächste Aktion, Shopping ? Snack ? nur noch mit Kleingeld in der Hosentasche für 1 Flasche Aqua con gas.

Das Geld ärgert natürlich massiv, aber richtig kostenintensiv ist Führerschein und PA. sowie die Umstände mit Verlustanzeigen bei der Polizei und die Behördengänge, mit neuen Passbildern.

Fazit: Geld habe ich bei diesem und anderen Touri-Orten nur in Kleinmengen in der Hosentasche, Wichtige EC-Karten oder Führerschein liegen unter der Innensohle im Schuh. *grins*

in den letzten Tagen: Antwort der Staatsanwaltschaft: Verfahren eingestellt – Na danke – für die Erinnerung !

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