Ära Franko und die Neuzeit
Mallorca unter Diktator Franco
Die Monarchie verlor in Spanien zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts langsam an Boden. Im Jahr 1923 wurde der damalige König Alfons III. durch einen Militärputsch weitgehend entmachtet. Republikanische und sozialistische Bewegungen etablierten in der Folgezeit ihren politischen Einfluss. Der König verließ als Konsequenz dessen 1931 das Land, verzichtete jedoch nicht offiziell auf seinen Thronanspruch. Spanien erfuhr durch Streits zwischen links- und rechtsgerichteten Gruppierungen und deren Anhängern starke politische Turbulenzen, die teils blutige Unruhen mit sich brachten.
Ein weiterer Militärputsch unter General Franzisko Franko stürzte das Land 1936 schließlich in einen drei Jahre währenden Bürgerkrieg. Unterstützung erhielt Franko dabei durch die deutschen Nationalsozialisten sowie durch das faschistische Italien. Auf der republikanischen Seite halfen Mexiko, die Sowjetunion und viele internationale Freiwillige. Sie unterlagen jedoch 1939, wonach Franko bis 1975 das Land regierte.
Mallorca selbst war schon 1936 in die Hände von Frankos Truppen gefallen, Widerstand gegen die Besatzung wurde brutal unterdrückt. Zeugnisse aus dieser Zeit sind zum Beispiel in Form von Bunkern entlang der mallorquinischen Küste zu entdecken.
Wirtschaftlich blieb Spanien zu dieser Zeit hinter den starken westeuropäischen Ländern zurück. Am wichtigsten blieb die Landwirtschaft und auch der Tourismus entwickelte sich immer stärker. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann sich dieser ab den 50er Jahren hin zum Massentourismus zu verändern. Für Mallorca bedeutete dies den Bau erster großer Hotel- und Ferienanlagen. Eine Entwicklung, die sich seitdem immer weiter verstärkte. Vor allem Fischerdörfer an der Küste verwandelten sich zu Touristendomizilen. Die Dienstleistungen rund um die Feriengäste wurden von nun an zum Wirtschaftsfaktor Nummer eins, in dem mehr als drei Viertel der Beschäftigten arbeiten. Zwar konzentriert sich der Massenansturm auf Grund des besseren Wetters auf das Sommerhalbjahr, inzwischen kommen aber auch viele Besucher (darunter auch viele ältere), um Mallorca im Winterhalbjahr zu entdecken und zu genießen.
Zurück zur Demokratie (jüngere Geschichte)
Nach Frankos Tod 1975 wurde Spanien wieder demokratisiert. König Juan Carlos I., der sein Nachfolger war, ließ 1977 erstmals wieder freie Wahlen ausrichten. Es wurde eine neue Verfassung verabschiedet und die konstitutionelle Monarchie als Staatsform festgelegt.
Die Balearischen Inseln erhielten 1983 den Status einer autonomen Region Spaniens, die über die Ressorts Soziales, Kultur, Tourismus und Umwelt bestimmen kann. Auch das Sprechen des Katalanisch bzw. Mallorquinisch (katalanischer Dialekt der auf Mallorca gesprochen wird), das unter Franko verboten war, wurde wieder erlaubt. Auf den Balearen wurde es zur ersten Sprache vor Castellano, unter anderem wurden auch die Straßenbezeichnungen auf Katalisch umgestellt.
Die Regionalregierung fördert heute den Tourismus als wichtigsten Wirtschaftsfaktor und strebt vor allem den Ausbau der Verkehrswege (Schiene und Straße) an, um die Touristenströme auf der Insel lenken zu können. Aber auch die Landschaftsprägende Agrarwirtschaft wird ebenso wie der Naturschutz gefördert um Mallorcas Attraktivität zu erhalten.
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Palma De Mallorca
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29. Juli 2010 - 9:30

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